Szenario Zerberus am 15.12.07 um 18 Uhr

Discussion in 'Szenarien und Tuniere' started by Maletin, Dec 7, 2007.

  1. Maletin

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  2. --leo-

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    Unternehmen Cerberus

    Vizeadmiral CiliaxGrößere Abbildung anzeigen
    Vizeadmiral Ciliax

    Bei dieser Operation handelte es sich um die auf Weisung Hitlers geplante Rückverlegung der Schlachtschiffe SCHARNHORST, GNEISENAU und des Kreuzers PRINZ EUGEN von der französischen Atlantikküste in einen deutschen Hafen. Die deutsche Seekriegsleitung stand diesem Unternehmen zunächst ablehnend gegenüber, da sie diese Einheiten lieber gegen alliierte Geleitzüge im Atlantik eingesetzt hätte. Doch unter dem Druck Hitlers, der drohte, falls eine Rückführung aus Brest nicht möglich sei, die Schiffe abwracken zu lassen und die Geschütze zum norwegischen Küstenschutz zu verwenden, stimmte die Seekriegsleitung dem Unternehmen zu. Hitler sah die Gefahr einer eventuellen Offensive der Alliierten an der Nordflanke des Reiches, der er mit Hilfe dieser Marineeinheiten begegnen wollte.

    Mit der Durchführung der Operation wurde der Befehlshaber der Schlachtschiffe Vizeadmiral Ciliax betraut, der sich mit seinem Plan die Schiffe durch den englischen Kanal zurückzuführen durchsetzen konnte. Ciliax wählte diesen Weg, da er hier bei dem damaligen geringen Gefechtsausbildungsstand der Schiffe das geringste Risiko sah. Den wichtigsten Garant für den Erfolg sah der B.d.S. in der Geheimhaltung der Operation. Selbst die Besatzungen der Schiffe waren über das bevorstehende Operationsziel nicht informiert, da man durch die Ausgabe von Tropenuniformen eine Reise in südliche Gefilde vortäuschte. Nachdem die Einheiten im Hafenbereich von Brest mehrere Tage unter Tarnnetzen Gefechtsexerzieren geübt hatten, liefen SCHARNHORST und GNEISENAU am 3. Februar 1942, die PRINZ EUGEN einen Tag später, zu einer 24 stündigen Ausbildungs-und Erprobungsfahrt aus.
    SCHARNHORST unter Tarnnetzen im Brester TrockendockGrößere Abbildung anzeigen
    SCHARNHORST unter Tarnnetzen im Brester Trockendock
    Am 11. Februar um 22:48 Uhr lief der Verband unter der Führung des Flaggschiffes SCHARNHORST aus Brest aus. Von dem Auslaufen bei Nacht erhoffte sich der B.d.S., dass die Abwesenheit der Schiffe erst am nächsten Morgen bemerkt werden würde. Durch die im englischen Kanal liegenden Minengürtel waren schon im Vorfeld der Operation durch Kräfte der M-Flottille schmale Gassen geräumt worden. Diese wurden für den nachfolgenden Verband durch kleinere Fischerboote gekennzeichnet, so dass dieser mit 27 kn Verbandsfahrt den Kanal meist in Kiellinie durchfahren konnte. In der Nacht zum 12. Februar wurde das wahre Ziel der Besatzung bekannt gegeben. Zu Beginn bestand der Verband aus den 3 Großschiffen, 6 Zerstörern und der 5. T-Flottille. Später stießen noch die 2. und 3. T-Flottille und die 4. S-Flottille aus Cherbourg und Le Havre zum Verband. Ab 8:45 Uhr befanden sich über den Tag hinweg immer 16 Jagdflugzeuge beim Verband, welche halbstündlich abgelöst wurden. Zur besseren Koordination zwischen Marine und Luftwaffe befand sich auf jedem der drei Großkampfschiffe ein Luftwaffenoffizier.
    Der Verband im KanalGrößere Abbildung anzeigen
    Der Verband im Kanal

    An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Teilstreitkräften von sehr großer Bedeutung für den Erfolg der Operation war. Auch landgestützte Einheiten der Luftwaffe arbeiteten mit an dem Projekt, indem sie neuste Täusch- und Störtechnik anwandten, um die englischen Küstenradarsysteme zu stören. Hier liegt wohl einer der Gründe warum der Verband erst so spät aufgeklärt wurde. Ein Glücksfall war sicherlich auch das keines der drei Hudson Aufklärungsflugzeuge, die in dem Gebiet patrouillierten in der Lage war den Verband zu orten, da zwei Maschinen technische Probleme mit ihrem Radar hatten und die Dritte wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse zurückbeordert wurde. So kam es, dass die deutschen Schiffe erst am 12. Februar um 11:42 Uhr von dem Piloten einer Spitfire ausgemacht und nach dessen Landung um 12.09 Uhr gemeldet wurden.

    Um 12:50 Uhr passierte der Verband die Enge Dover-Calais, aber erst um 13:18 Uhr eröffneten die Küstenbatterien von Dover das Feuer auf den Verband. Da die deutschen Schiffe aber schon außerhalb ihrer Reichweite waren, wurde der Beschuss bald wieder eingestellt. Zeitgleich befanden sich die Schnellboote des Verbandes in kleineren Abwehrgefechten mit englischen Motortorpedobooten, welche aber keine größeren Schäden verursachten. Gegen 13:43 Uhr wurde der Verband von sechs Swordfish Doppeldeckern angegriffen, die aber alle abgeschossen wurden, bevor sie ihre Torpedos wirkungsvoll einsetzen konnten. Als um 15:30 Uhr das Flaggschiff SCHARNHORST auf eine Grundmiene lief, führte dies zu einem Stillstand der Maschinenanlagen und kleineren Wassereinbrüchen. Da die SCHARNHORST nun für eine nicht vorhersehbare Zeitspanne lahmgelegt war entschloss sich Vizeadmiral Ciliax auf den Zerstörer Z 29 umzusteigen. Um 16:43 Uhr befanden sich GNEISENAU und PRINZ EUGEN in einem Gefecht gegen sechs britische Zerstörer aus Harwich, welche an diesem Morgen Übungen abgehalten hatten und so relativ schnell einsatzbereit waren. Das Gefecht dauerte bis 17:00 Uhr an, wobei die WORCESTER schwer beschädigt wurde.

    Nachdem gegen 17:35 Uhr bei einem Fliegerangriff auf Z 29 die Bb-Maschine ausfiel, entschloß sich der B.d.S. auf den Zerstörer HERMANN SCHOEMANN umzusteigen. Von 15:00 Uhr bis 19:15 Uhr operierten 242 englische Bomber gegen den deutschen Verband, von denen nur 39 Maschinen Angriffe auf Schiffseinheiten ausführten. Eine große Anzahl Angriffe wurde auch auf eigene englische Zerstörer geflogen. Diese schlechte Bilanz führte man auf unzureichende Ausbildung der Bomberbesatzungen gegen Seeziele zurück. Die nach 19:00 Uhr einsetzende Dunkelheit schützte die Schiffe vor weiteren Fliegerangriffen.

    Um 20:55 Uhr lief GNEISENAU auf der Höhe von Terschelling auf eine Grundmiene, die sie aber nicht an der Weiterfahrt hindern konnte. Die SCHARNHORST erhielt einen zweiten Minentreffer gegen 22:35 Uhr, dieser hielt sie etwa für eine halbe Stunde auf. Danach konnte sie mit 12 kn, wobei sie vom Zerstörer HERMANN SCHOEMANN gelotst wurde, da auch wichtige Navigationsgeräte ausgefallen waren, nach Wilhelmshaven weiterlaufen. Am Morgen des 13. Februar liefen GNEISENAU und PRINZ EUGEN in die Elbe und die SCHARNHORST in Wilhelmshaven ein. Damit war das Unternehmen Cerberus zwar geglückt, bedeutete aber für die Seekriegsleitung den Abzug der schweren Überwassereinheiten von der französischen Atlantikküste. Somit kann diese Unternehmung nicht als militärischer Erfolg gewertet werden.

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  3. FranzAugust

    FranzAugust Well-Known Member

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    Leider zu kurzfristig :(